1. Warum sind die Erdgaspreise in Deutschland nicht überall gleich hoch?
Der Gaspreis hängt stark von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten ab, wie Infrastruktur, Siedlungsstruktur und Bevölkerungsdichte. Die Gasversorgung in Ballungszentren verursacht weniger Infrastrukturkosten als diejenige in schwach besiedelten Gegenden. Eine ganze Siedlung ist einfacher und kostengünstiger mit Erdgas zu versorgen als einzelne entfernt voneinander liegende Haushalte. Je nach Bodenbeschaffenheit und Oberflächenbeschaffenheit ist die Verlegung von Erdgasleitungen teurer oder günstiger. Außerdem gibt es unterschiedliche Beschaffungspreise.
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2. Ist der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt?
Die Gasanstalt kauft einen Teil der Erdgasmengen zum Festpreis, der nicht an den Preis des Heizöls gebunden ist. Den anderen Teil der Erdgasmengen kauft die Gasanstalt zu einem Preis, der an den Heizölpreis gebunden ist.
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3. Was ist die Ölpreisbindung?
Die Ölpreisbindung basiert zum Teil auf langfristigen Verträgen zwischen ausländischen Produzenten und deutschen Importeuren. Sie gewähren den Vertragspartnern ein hohes Maß an Versorgungssicherheit. Da Deutschland ein an Rohstoffen armes Land ist und beim Erdgas zu über 80 Prozent von Importen abhängt, könnte es sich ohne Ölpreisbindung nur schwer gegen überzogene Preise der wenigen Erdgasproduzenten wehren. Die Produzenten sichern durch die langfristigen Verträge wiederum ihre Investitionen in die Erdgasförderung ab, die beispielsweise für die Erschließung von Vorkommen in Sibirien erforderlich sind. Dieser Preismechanismus besteht teilweise auch zwischen unseren Vorlieferanten und uns als Endverteiler.
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4. Wenn der Ölpreis fällt, warum fällt nicht gleich der Gaspreis?
Die Erdgas-Bezugspreise folgen den Heizölpreisen mit einer zeitlichen Verzögerung. Bei fallenden Heizölpreisen fallen die Gasverkaufspreise deshalb nicht zeitgleich. Allerdings erhöhen sie sich auch nicht so schnell, wenn die Heizölpreise steigen! Tatsache ist, dass wir an unsere Kunden nicht mehr an Preiserhöhungen weitergeben, als wir selbst von Preissteigerungen betroffen sind. Dies bestätigten Gutachten von Wirtschaftsprüfern.
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5. Welche Vorteile hat Erdgas in der konkreten Anwendung?
Hinsichtlich Sparsamkeit und Effizienz bietet Erdgas den Verbrauchern große Vorteile. Erdgas ist ständig verfügbar und braucht nicht immer wieder nachbestellt zu werden. Außerdem muss kein Tank im Haus eingebaut werden, der Platz benötigt und Wartungskosten verursacht. Bei der Anwendung von Erdgas entwickelt sich keinerlei Geruch. Ein weiterer überzeugender Vorteil ist die umweltschonende Verbrennung. Denn Erdgas verursacht im Vergleich mit Kohle und Erdöl die geringsten Schadstoffemissionen. Ebenso vorteilhaft sind Erdgasfahrzeuge. Sie sind im Kraftstoffverbrauch kostengünstiger als Benzin- oder Diesel-PKW und stoßen weniger Luftschadstoffe aus. Tanken ist mittlerweile kein Problem mehr: Es gibt in Deutschland bereits 872 Erdgastankstellen – und ihre Zahl wächst weiter.
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6. Aus welchen Ländern bezieht Deutschland Erdgas?
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Knapp 80 Prozent des Erdgases beziehen wir aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. 13 Prozent stammten in 2009 aus deutscher Eigenförderung. Rund 6 Prozent des Erdgases stellten Dänemark und Großbritannien.
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7. Wo lagern die meisten Erdgasreserven und wie lange reichen sie noch?
Nach Berechnungen von Esso Mobil / Exxon Mobil lagern der größte Teil der weltweiten Erdgasreserven im Nahen Osten und in den GUS-Staaten (vor allem Russland und Usbekistan). In Westeuropa befindet sich nur ein geringer Anteil, der vor allem in Norwegen, aber auch in den Niederlanden und in Großbritannien lagert.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) reichen die weltweit sicher nachgewiesenen Erdgasreserven noch rund 60 Jahre. Einerseits wird der weltweite Erdgasverbrauch weiter steigen, andererseits werden immer wieder neue Erdgasreserven gefunden. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Erdgasreserven langfristig reichen.
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8. Ist die Versorgung mit Erdgas sicher?
Etwa 80 Prozent des Erdgases beziehen wir aus den Ländern Russland, Norwegen und den Niederlanden. Die deutschen Importeure schließen mit diesen Ländern langfristige Verträge ab. Dadurch wird die Versorgung über eine lange Zeit sichergestellt und die Lieferländer sichern damit ihre Investitionen in die Erdgasförderung ab.
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9. Wie wird die Versorgung mit Erdgas in Deutschland sichergestellt?
Der Bezug von Erdgas von zahlreichen Unternehmen aus verschiedenen Ländern, langfristige und verlässliche Bezugsverträge und hohe Erdgasspeicherkapazitäten garantieren ein hohes Maß an Versorgungssicherheit. Europaweit verfügt Deutschland über das größte Erdgasspeichervolumen. Knapp 20 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas sind in 46 Untertage-Gasspeichern gelagert. Das entspricht fast einem Viertel des 2007 in Deutschland verbrauchten Erdgases. Weitere 15 Untertage-Gasspeicher mit einem Volumen von mehr als drei Milliarden Kubikmetern sind in Bau oder in Planung. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur sicheren Versorgung mit Erdgas.
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